Neulich ist es der Stiftung Kulturerbe Landfort (stichting Erfgoed Landfort) gelungen ein schönes Kunstwerk für einen der Empfangsräume  im renovierten Landsitz zu erwerben. Es handelt sich um ein sehr großes Gemälde aus zirka 1857 vom damals bekannten belgischen Maler Ernest Slingeneyer (1820-1894).

Das Gemälde trägt den Titel Das Heldentum der französischen Seeleute des Schiffes Le Feu und ist was man ein charakteristisches historisches Gemälde nennt. Es beruht auf einem wahren Zwischenfall auf der Nordsee im Jahre 1795. In jenem Jahr trieben französische Schiffbrüchige auf einem Floss herum, nachdem ihr Schiff Le Feu zuvor von Engländern angegriffen und versenkt worden war. Regelwidrig griffen die Engländer die Schiffbrüchigen nochmals an. International war man empört darüber, dass die Engländer sie so schamlos angegriffen hatten. Der Maler hat den Zeitpunkt des faktischen Angriffes zur Darstellung gewählt.

Es ist ein heftiges Schlachtfeld mit verletzten und leblosen Schiffbrüchigen. Der Maler wollte damals mit diesem Gemälde nachweisen wie gewissenlos die Engländer sich in jenem Krieg benahmen, womit er deutlich politisch Stellung zugunsten der Franzosen nahm.  

Slingeneyer malte dieses monumentale Gemälde (Ausmaß 286 mal 319 Zentimeter) zur Ausstellung in einem Kunstsalon in Brüssel. Später wurde es auch in einem Salon in Den Haag ausgestellt. Solche Salons waren periodische Kunstausstellungen und waren in jenen Jahren sehr beliebt. Das Gemälde wurde von Baron van Heeckeren van Enghuysen gekauft, der das riesige Kunstwerk in der Halle im Obergeschoss seines Schlosses Enghuizen in Hummelo aufhängte. Das Gemälde wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg an einen Antiquitätenhändler in Dieren verkauft. Wie sich später erwies, war das die Rettung des Werkes, denn im Zweiten Weltkrieg wurde Enghuizen schwer beschädigt und wurde im Jahre 1948 abgerissen. 

Das Gemälde war langjährig in einer Scheune von Rien van den Hoorn in Putten gelagert. Er kaufte das Gemälde, das in sehr schlechtem Zustand war, im Jahre 2009. Beruflich ist Rien van den Hoorn Gemälderestaurator und war also sehr gut ausgestattet diesem Gemälde sein altes Äußeres zurückzugeben. Hierzu musste er die Decke aus seiner Werkstätte herausbrechen, denn sonst passte das Gemälde nicht in sein Atelier. Außerdem erforschte er das Gemälde ausführlich, wofür er viele Archive durchsuchte und Spezialisten zu Rate zog.

Erstaunlicherweise wurde das Kunstwerk während des Zweiten Weltkrieges zu einem kleinen Paket von 20 mal 20 zusammengefaltet. Außerdem hatte das Gemälde große Flecken und blätterte die Farbe an manchen Stellen ab. Das Gemälde bekommt durch den Erwerb von sEL wieder eine Stelle in einem Schloss; eine Situation wobei das Werk am besten zur Geltung kommt. Übrigens hat die Stiftung Adel in Nederland (www.adelinnedederland.nl) unsere Stiftung auf das monumentale Gemälde aufmerksam gemacht und entdeckte außerdem die Herkunft dieses Kunstwerkes von Enghuizen.

Bild:  © Ruben Schipper. Fertig für Transport: das riesige Gemälde aus dem Jahre 1857 von Ernest Slingeneyer. Sieben Jahre stand es im Restaurierungsatelier in Putten, jetzt zieht es nach Erfgoed Landfort um.