Nach der groβ angelegten Restauration von Huis Landfort wird am Interieur des Landhauses ein besonderes Objekt hinzugefügt werden, nähmlich ein Zeister Kachelofen.  Diese Art von Heizung ist in den Niederlanden unbekannt. In Deutschland und Österreich war das aber eine häusliche Heizquelle. Anlässlich eines Tips konnte sEL den Kachelofen erwerben. Der Ofen stand derzeit in einer Wohnung in Soestdijk. Momentan wird er restauriert von Hilde Dekkers, die einzige Kachelofenrestauratorin/-bauer in den Niederlanden. Im Archiv von Huis Landfort befindet sich eine Zeichnung eines Kachelofens. Angenommen wird das dieser Ofen einst im Landhaus gestanden hat. Warscheinlich war die deutsche Herkunft des Bauherrn Johann Albert Luyken der Grund dass es hier einen Kachelofen gegeben hat. 

Der Kachelofen wird später im sogenannten Wintergarten vom Landhaus hingestellt werden. Dieser Raum war einst eine Orangerie die sich innerhalb des Hauses befand. Nach der Restauration kommt die Orangerie nicht mehr im Haus, aber wohl ein Wintergarten mit Palmen. Die neue Orangerie von Huis Landfort wurde an der Seite des Kutschenhauses gebaut, an der Seite des Gemüsegartens. 

Wie es funktioniert

Ein Kachelofen besteht ganz aus Keramik. Die Aussenseite wird bekleidet mit glasierten Kacheln, die jede Art von dekorativen Formen haben können. Ein Kachelofen braucht nur zweimal täglich geheizt zu werden und gibt dann den ganzen Tag Wärme ab. Das ist dank eines ingeniösen Systems, wobei warmer Rauch durch ein Labyrinth geleitet wird, möglich. Der Heizraum und die Rauchkanäle sind von Chamotte, ein keramisches Material, das sehr viel Wärme aufnimmt und festhält. Nach etwa einer Stunde heizen im Heizraum unten im Ofen und wenn keine Flammen mehr da sind, wird die Ofentür hermetisch abgeschlossen. Damit gibt es keine Zugluft mehr und so wird alle Wärme an den Steinen abgegeben und dann an dem Raum wo der Ofen steht. Übrigens können diese Öfen sowohl mit Holz als mit Gas geheizt werden. 

Der Zeister Kachelofen

Der von sEL erworbenen Kachelofen kommt höchstwarscheinlich aus Zeist und stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Es ist ein seltsames Beispiel eines Kachelofens der niederländischen Machart und der Hersteller ist vermutlich E.C. Martin. Er startete in 1835 in Zeist eine Werkstatt für Kachelöfen, machte aber später auch andere keramische Gegenstände. Martin war Hernhütter und damit Mittglied der evangelischen Brüderunität. Martins Werkstatt war Eigentum der Herrnhütter. Er kam aus Deutschland (oder wohlmöglich aus Dänemark) und von dort brachte er die Tradition vom Kachelofenbau mit nach den Niederlanden. Von den von Martin angefertigten Kachelöfen gibt es nur noch wenige. Im Slot Zeist findet man noch einige Beispiele, unter anderem im Gebetsraum der Herrnhütter (vorhin Schlosskapelle). Die Exemplare sind genau gleich am Ofen von Huis Landfort. Auch im Paleis Soestdijk gibt es noch einen Ofen seiner Hand. 

Restauration

Die Kachelofenrestauratorin Hilde Dekkers wird den Kachelofen restaurieren. Hilde bezog ihre berufliche Bildung zu Hafnermeister in Österreich, wo dieses Handwerk noch viel ausgeübt wird. Hilde baut diese Öfen ganz von neuem auf, ganz auf handwerksmäβige Weise. Sie fertigt eine neue Innenseite an, mit einem Labyrinth von Rauchkanälen und vertäfelt  die Aussenseite mit den Kacheln eines alten Ofens. Viele von diesen Aussenseiten stammen aus der Art Deco- und Jugendstilperiode. In ihrer Werkstatt fertigt sie die einzelnen Teile wie ein Bausatz an. Anschlieβlich baut sie in etwa zwei Tagen vor Ort den Ofen zusammen.  Dieser Kachelofen fügt ohne weiteres wieder eine besondere Geschichte am Interieur von Huis Landfort hinzu.