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Category Archives: Nachrichten

Trockenheit

Der Sommer 2020 war das dritte Jahr in Folge extrem trocken. Besonders für viele alte Buchen auf Huis Landfort bedeutete dies das Ende. Dies ist ein deutliches Signal, dass wir ein Klimaproblem haben, denn einheimische Bäume wie 80 bis 150 Jahre alte Buchen sollten nicht plötzlich absterben. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur werden immer mehr sichtbar auch in den Parks und Wäldern rund um historische Landsitze. Es ist daneben auch sehr bedauerlich, weil monumentale Bäume zweifellos zur Schönheit und zum Ansehen solch schöner Parks beitragen. Die Stiftung hofft, dass solche Probleme in Zukunft etwas besser reguliert werden können, jetzt wo  die Firma Aquaco eine Bewässerungsanlage in Het Kleine Erf und im Gemüsegarten installiert hat. In Zukunft wird der Park während der Nacht bewässert und so  verhindern wir, dass Pflanzen und Bäume austrocknen. Die Bewässerung des gesamten Parks ist nicht durchführbar. Aus diesem Grund haben wir bei der Auswahl der Sträucher und Bäume die Trockenheitsresistenz der Arten berücksichtigt.

Buch über Haus Landfort

Derzeit wird ein Buch über Huis Landfort und seine Geschichte geschrieben. Mit Kapiteln verschiedener Autoren wird im Jahr 2022 ein lesbares und zugängliches Buch über die Geschichte des markanten Landsitzes erscheinen. Es ist bemerkenswert wie wenig über diese Vergangenheit bekannt ist, schon gar nicht aus der Zeit vor 1823. Die Autoren befassen sich mit verschiedenen Themen, wie z.B. der Lage von Huis Landfort in der Grafschaft Zutphen, der Baugeschichte des Landsitzes, der Entstehungsgeschichte des Zocherparks, den verschiedenen Gartenchefs, die auf Huis Landfort arbeiteten, dem Zweiten Weltkrieg auf Huis Landfort und natürlich wird auch den verschiedenen Bewohnern des Landsitzes große Aufmerksamkeit geschenkt. Philip Muijtjens zum Beispiel wird einen Beitrag über die Familie Luyken beisteuern sowie einen Artikel über Gerrit Willem van Motman. Ihm gehörte der Landsitz, bevor Johann Albert Luyken diesen 1823 kaufte. Er machte besondere Entdeckungen über Van Motman, der eine rege Korrespondenz mit Wilhelmina van Preußen, der Ehefrau des Erbstadthalters Wilhelm V., führte. Lange Zeit arbeitete er als Gutsverwalter der Domänegüter des Stadthalters, unter anderem in Brabant. Philip fand heraus, dass dieser Mann in der unruhigen Zeit vor Napoleons Ankunft wegen Betrugs inhaftiert wurde. Nach seiner Flucht kaufte er den Landsitz in Megchelen. Nach Philip konnte dies vermutlich geschehen , weil Huis Landfort erbrechtmäßig  zum Fürstentum Salm-Salm gehörte und somit außerhalb der niederländischen Gerichtsbarkeit lag. Dies und vieles mehr über die Geschichte von Huis Landfort können Sie in dem Buch nachlesen.

Möchten Sie jetzt schon ein Exemplar reservieren? Das ist möglich. Bitte senden Sie eine E-Mail an: rdessing@erfgoedlandfort.nl . Sobald das Buch veröffentlicht wird, erhalten Sie eine Nachricht von uns. Der Preis für das Buch beträgt 24,95 € exklusive (eventueller) Versandkosten.

Zwischenbilanz Subventionengeber

Am Mittwoch, den 16. September 2020, empfing  SEL Vertreter der Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (RCE), der Provinz Gelderland, der Gelderland Genootschap und der Gemeinde Oude IJsselstreek zu einer Zwischenbilanz. Für die Restaurierung von Huis Landfort erhielt die Stiftung zuvor einen erheblichen Zuschuss von Staat und Provinz. Um zu sehen, was mit den Subventionen gemacht wird, kamen die Subventionengeber vorbei. Bei solchen Treffen verfolgen sie das Geschehen und haben sie die Möglichkeit  Fragen zu stellen. Bei der Führung  von Edzard Prent (Architekt Kutschenhaus), Cor Bouwstra (Restaurierungsarchitekt Landsitz) und Patricia Debie (Landschaftsarchitektin Park) zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt von dem Eifer, mit dem das Projekt durchgeführt wird. Sie waren mit der Verwirklichung der von sEL vorgelegten Pläne zufrieden.

Sowohl der Wiederaufbau des Kutschenhauses, die Renovierung des Landhauses als auch die Neugestaltung des Gartens waren während der Besichtigung in vollem Gange. Edzard Prent zeigte zum Beispiel die fast fertige Außenfassade des Kutschenhauses und erläuterte spezifische Designlösungen und -entscheidungen. Patricia Debie ging dann auf die Details ihres Entwurfs für het Kleine Erf, wie die Hausinsel genannt wird, ein. Sie erklärte, dass die Stinsenpflanzen nach einem modernen Muster gepflanzt werden und dass es Blumenmedaillons geben wird. Außerdem zeigte sie den Pfadplan, der auf den Originalplan von Zocher jr. zurückgeht. Schließlich führte Cor Bouwstra die Gesellschaft durch den Landsitz, in dem die Inneneinrichtung nach und nach wieder aufgebaut wird.

Die Karten von Übbing kehren heim

Zwei groβe Karten von Johann Theodor Übbing (1786-1864), die seit langer Zeit im Archiv von Geldersch Landschap & Kasteelen lagen, sind wieder heimgekehrt auf Huis Landfort. Dies sind zwei besondere Karten die Übbing hergestellt hat als er aktiv wurde für Huis Landfort. Eine Karte machte er nach der Situation wie er sie 1823 beim Anfang seiner Arbeit antraf. Auf der zweiten Karte visualisierte er die Pläne für den Bauherrn Luyken. Die Stiftung freut sich sehr über beide Karten. Die alte Karte erhellt vieles von was in 1823 alles geändert und angepasst wurde. Das Landhaus und der Taubenschlag, wie wir sie heutzutage noch kennen, sind auf der neuen Karte von 1825 eingezeichnet. Für den Garten hatte Übbing aber andere Ideen. Möglicherweise wurden seine Pläne schon realisiert, aber einige Jahre später wieder revidiert von Jan David Zocher jr. (1791-1870), der den heutigen landschaftlichen Park entwarf.Möglicherweise war Auftraggeber Luyken mit dem Plan von Übbing nicht zufrieden, weil das einen weniger monumentaler Anblick hatte als der von Zocher jr. Trotzdem zeigen Übbings Entwurfpläne wohl die monumentale Metamorphose von Huis Landfort um 1825.

Fortschritte beim Bau des Kutschenhauses

Wenn Sie den Park beim Huis Landfort betreten, tauchen schon schnell am Horizont die Kontouren auf von dem nach Entwurf von Edzard Prent wieder aufgebauten Kutschenhaus, das wunderschön in der Landschaft gelegen ist. Zocher jr., der ehemalige Entwerfer des Landschaftlichen Parks, hat solche Sichtachsen absichtlich entworfen. Das Dach vom Kutschenhaus ist fertig und nun wird die Aufbauphase übergehen in den Abbau.

Die Auβenwände wurden versehen von Mauerwerk mit Ziegelsteinen, die noch verputzt werden und mit einer hellgelben Farbe angestrichen werden. Das Kutschenhaus bekommt dunkelblaue Scheunentore. Diese Farbenkombination zwinkert der Familie Luyken zu, weil ihr Familienwappen die gleichen Farben hat. 

Die Fassade erhält eine Loggia. Das ist ein überdachter Balkon, der wie in früheren Zeiten mit zwei Säulen augestattet wird. Im Herbst wird die groβe Orangerie auf der Südseite vom Kutschenhaus aufgestellt.

Die Stiftung geht davon aus dass das Kutschenhaus im Februar 2021 fertiggestellt wird und dass kurzfristig nachdem das Büro der Stiftung in Gebrauch genommen wird. Im Kutschenhaus wird ein groβes Auditorium für bis zu 120 Personen untergebracht, eine Werkstatt für den Gärtner mit einem im oberen Stock gelegenen Esszimmer und Duschen für unsere Freiwilligen. Das Gebäude wird ausgestattet mit einer professionellen Küche, die auch benutzt werden kann für Empfänge und leichte Catering-Optionen.

Subventionen und mehr

Mondriaan Fonds  

Am 11. Mai dieses Jahres erhielt die Stiftung die Nachricht, dass der Mondriaan Fonds sEL einen Zuschuss für das Erstellen und die Durchführung eines Plans zur Anwerbung und Betreuung von Freiwilligen gewährt. In den Niederlanden arbeiten mehr als 10.000 Menschen als Freiwillige auf einem historischen Landsitz. Ab dem nächsten Jahr sind Freiwillige auf Huis Landfort für eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktivitäten im Haus, im Gemüse- und Blumengarten, in der Aufsicht und im technischen Dienst herzlich willkommen. Nur wenn sich eine ausreichende Zahl von Freiwilligen beteiligt, werden alle schönen Pläne für Landfort durchführbar sein.

Im Moment bietet die Stiftung eine freie Stelle für einen Koordinator für Freiwillige an. Was  diese Tätigkeit genau beinhaltet, können Sie hier nachlesen: https://www.erfgoedlandfort.nl/wp-content/uploads/2020/06/20058sEL_Adv_CoordinatorVrijwilligers_v2.pdf

Stiftung Van Well van der Snoek 

Die Stiftung van Well van der Snoek spendete sEL einen Geldbetrag für die Zusammenstellung einer Sammlung über die Geschichte des Landsitzes Landfort. Dieses Buch wird auch die allererste Veröffentlichung sein, die explizit Huis Landfort als Thema hat. Noch nie zuvor wurde diesem besonderen Haus eine so umfassende und kohärente Aufmerksamkeit geschenkt. Wie Sie bereits lesen konnten, arbeitet derzeit eine Gruppe von zwölf Wissenschaftlern und Experten an der Zusammenstellung des Buches. 

Bonhomme Tielens Fonds 

Vom Bonhomme Tielens Fonds aus Maastricht erhielt sEL einen Beitrag für die Restaurierung und das erneut Aufstellen eines antiken Bademöbels in ein historisierendes Badezimmer im Landhaus. Dieses Bademöbel aus dem 19. Jahrhundert wurde von Twickel in Ambt Delden als langfristige Leihgabe zur Verfügung gestellt. Das Badezimmer wird Teil verschiedener historischer Räume sein, die im Stil des frühen 19. Jahrhunderts eingerichtet werden. 

Erneut der Prins Bernhard Cultuurfonds

Obwohl sEL zuvor € 100.000,- aus dem Prins Bernard Cultuurfonds für die Restaurierung des alten Gemüsegartens erhalten hat, griff der Fonds wieder in die Tasche und spendete weitere  € 25.000,-. Dieses Mal ist die Summe für den Bau einer Stinsenpflanzenvegetation auf Huis Landfort bestimmt. 

Stinsenpflanzen sind verwilderte Wurzel-, Knollen- und Zwiebelgewächse. Ihren Namen verdanken sie dem friesischen Schierstins in Veenwouden, wo die Pflanzen zum ersten Mal gesichtet wurden. Ein Stins ist ein friesisches Haus. Auf Huis Landfort werden sie überall eingeführt, zum Beispiel auch zwischen dem Schlinggraben und dem Oude IJssel. Sie werden diesem Landsitz in Zukunft schöne Farben verleihen. Das Schöne ist, dass es frühblühende Stinsenpflanzen (Schneeglöckchen, Akonite usw.) gibt, aber auch Arten, die erst im März, April und Mai blühen. Selbst im Juni gibt es noch Stinsenpflanzen die aufblühen. So wird hier auch auf Landfort immer etwas los sein. Inzwischen hat uns Geldersch Landschap & Kasteelen wissen lassen, dass sie darüber nachdenken, wie sie diese Stinsenpflanzen in anderen Teilen des Landsitzes einführen können, damit der gesamte Parkwald zu einem attraktiven Ganzen wird. 

Schild von Landfort

Kürzlich schenkte ein Einwohner von Megchelen der Stiftung ein bemaltes Schild. Es wurde um 1985 bemalt von seiner Schwägerin. Sie fand das Huis Landfort so schön und es hat sie inspiriert dieses schöne Schild zu machen. Die Schilderung zeigt das  Haus mit einem Zierrand nach Delfter Art. Dieses Geschenk ist ein sympathisches Beispiel wie Megchelen und Umgebung mitfühlen mit dem was im Moment auf Huis Landfort zustande gebracht wird. Es stellt die Verbundenheit dar die die Umgebung seit eh und je mit dem Landsitz hat.

Kollektion: Standuhr

Standuhr 

Vor einiger Zeit erwarb die Stiftung eine einzigartige Standuhr, wie stehende Uhren auch wohl genannt werden. Diese Uhr ist so hoch, dass sie nicht in einer normalen Wohnung stehen kann und dabei muss man sich vorstellen dass sie schon mal verkleinert wurde. Dieser Eingriff hat der Uhr nichts gutes getan. Optisch wirkte das Möbelstück einigermaβen gedrungen und aus technischer Hinsicht hat es an Stabilität verloren. Deshalb hat die sEL die Uhr gründlich restaurieren lassen. Diese Arbeit wird gemacht von Maurice Steemer von Restaurationsatelier Enkzicht in Barchem. 

Ein Gespräch mit Glockenrestaurator Melgert Spaander

Melgert Spaander ist ein international bekannter Glockenrestaurator, der in Zutphen seine Werkstatt hat. Melgert hat zusammen mit André Ossenbroek die Uhr im Glockenturm Landforts restauriert. André Ossenbroek hat die meisten Arbeiten an der Uhr geleistet. Er ist der Mann für die groβe Arbeit: Turmuhren und Glockenspiele. Melgerts Expertise gillt mehr den kleineren Uhren und Spieldosen.

Seit 1971 restauriert Melgert Spaander Uhren. Er hat sich spezialisiert in Uhren aus dem 17. Und 18. Jahrhundert mit Glockenspiel. An manchen Palästen, Burgen und historischen Landsitzen ist er derjenige der die Uhren unterhält. Diese Arbeit macht er sogar für die Spanische königliche Familie! Wir haben Melgert einige Fragen gestellt anlässlich seiner Arbeit für Huis Landfort. 

Er erzählte uns dass das  ursprüngliche Uhrwerk vermutlich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Hausbesetzern gestohlen wurde. Derzeitig war das Huis Landfort verfallen und verlassen und Hausbesetzer konnten ungehindert in das Haus einziehen. Ihre Anwesendheit ging nicht ohne Schaden an dem Haus vorbei. Das ursprüngliche Uhrwerk war warscheinlich älter als der heutige Mechanismus. Die bewahrt gebliebenen Hebevorrichtungen weisen darauf hin dass das verschwundene Uhrwerk aus dem 18. Jahrhundert stammte. 

So um 2000 hat der derzeitige Eigentümer und Restauarationsarchitekt Bob van Beek eine neue Uhr in den Turm anbringen lassen. Da die Uhr nicht auf dem Bock passt, wissen wir dass es sich nicht um die ursprüngliche Uhr handelt. Auβerdem wurde die Uhr angefertigt für eine Uhr mit zwei Zeigern, während auf dem Landfort nur ein Stundenzeiger gebraucht wird. Das heutige Uhrwerk stammt von Ende des 19. Jahrhunderts und ist von Niederländischer Machart.

Weiter erzählte Melgert dass die Glocke im Turm ursprünglich mit einem Seil separat geläutet werden konnte. Das ist schon seit Langem nicht mehr möglich und es fehlt eine Öffnung im Boden des Dachbodens und in den unterliegenden Böden um ein Seil durchzulassen. Die in Isselburg angefertigte Glocke aus dem 18. Jahrhundert bekam bei dieser Restauration ein neues Aufhängesystem. 

Ein groβer Hammer kann die Glocke läuten durch ein Seil dass auβerhalb des Turms durch den First zur Uhr führt. Die Stiftung hat für die Restauration der heutigen Uhr vom Prins Bernhard Cultuurfonds Gelderland einen finanziellen Beitrag erhalten. 

Obelisk

Während der Baggerarbeiten am Burggraben in 2019 fand Gartenchef Paul-Robert van der Zouw in einem Schutthaufen aus dem Burggraben ein dekoriertes Bruchstück. Lange Zeit war die Herkunft ein Rätsel. Man hat lange gedacht dass es ein Teil eines Kapitells oder einer Säulenkrone war. Das war aber der Dekoration wegen doch unwarscheinlich.  

Als zwischen den historischen Aufnahmen ein Foto gefunden wurde auf dem das Bruchstück gut zu erkennen ist, gab es mehr Deutlichkeit. Das Stück liegt dann auf der Dachkante. Die fotografierte Situation bringt Fragen mit sich, denn warum wurde das Bruchstück fotografiert und wie is est später in den Burggraben gekommen? Wie das genau vor sich gegangen ist, werden wir warscheinlich nie wissen. Wohl wurde deutlich, dass der Bruchteil ein Teil eines Obelisks ist. Solche Bauelemente verzieren noch heute die Ecken des Hauses. 

Obeliske wurden im alten Ägypten als Denkmälern errichtet. Einige Obelisken wurden aus Ägypten geholt (oder besser gesagt: geraubt) und sind heute noch zu sehen im Stadtbild von z.B. Paris, London und Rom. Die Obelisken auf Huis Landfort stammen selbstverständlich nicht aus Ägypten. Im Vergleich zu ihren ägyptischen Archetypen haben sie auch eine einigermaβen gedrungene Form. Immerhin sind diese Ornamente abgeleitet von Ägyptischem Vorbild. Die Obelisken von Huis Landfort stammen übrigens nicht aus der Zeit in dem das Haus gebaut wurde (1825), aber wurden warscheinlich um 1900 angebracht. Sie hattten lediglich eine dekorative Bedeutung.