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Category Archives: Nachrichten

Buch Huis Landfort

Wie Sie vielleicht schon im vorigen Rundschreibebrief gelesen haben, sind mehrere Autoren dabei ein Buch über die Geschichte von Huis Landfort zu schreiben. Einer dieser Autoren ist Bauhistoriker Peter Boer. Peter hat die umfangreiche Baugeschichte vom Landhaus untersucht. Der Befund beschreibt er in einem Beitrag für dieses Buch. So hat er zB. entdeckt dass der Architekt Theodor Übbing besondere Entwurfslösungen realisierte. Die Türen der Orangerie wurden mit doppeltem Glas ausgestattet und es war möglich um die hinteren Fenster über die ganze Länge in den Boden zu schieben!

Haben Sie Interesse an das Buch über Huis Landfort? Bitte schicken Sie eine E-mail an Marjan Wellink (mwellink@erfgoedlandfort.nl). Sie schreibt Ihr Name auf die Bestelliste und Sie bekommen Nachricht dass das Buch erscheint.

Grüne Initiative von Geldersch Landschap & Kasteelen (GLK)

Inspiriert von der Renovation von Huis Landfort, wird auch GLK sich um ihr Teil vom Park kümmern. Der historische Landsitz bekommt damit viel wieder von der Ausstrahlung die es jemals hatte. Die Arbeit wird neben der regularen Verwaltung ausgeführt werden. Huis Landfort wird teilweise verwaltet von GLK und sEL. So wie die Stiftung auf und um das Kleine Erf arbeitet, wird GLK in übrigen Teilen vom Waldpark Stinzenpflanzen angepflanzt. Stinzen sind Wurzel-, Zwiebel- und     Knollengewächse. Das Anpflanzen geschieht hauptsächlich an offenen Stellen neben der Zufahrt, an Stellen im Wald mit wenig Gestrüpp und an den Ufern entlang. Die anzupflanzenen Sorten sind abgeleitet von den von der Stiftung eingebrachten Arten. Weiter werden in diesem Sommer die Spazierwege erneuert werden. Sie werden wieder schön rund gelegt, damit sie wieder eine Einheit formen mit dem Rest vom Park. Nebenher werden besondere Bäume an hervorstechenden Stellen gepflanzt werden.

Kachelofen

Nach der groβ angelegten Restauration von Huis Landfort wird am Interieur des Landhauses ein besonderes Objekt hinzugefügt werden, nähmlich ein Zeister Kachelofen.  Diese Art von Heizung ist in den Niederlanden unbekannt. In Deutschland und Österreich war das aber eine häusliche Heizquelle. Anlässlich eines Tips konnte sEL den Kachelofen erwerben. Der Ofen stand derzeit in einer Wohnung in Soestdijk. Momentan wird er restauriert von Hilde Dekkers, die einzige Kachelofenrestauratorin/-bauer in den Niederlanden. Im Archiv von Huis Landfort befindet sich eine Zeichnung eines Kachelofens. Angenommen wird das dieser Ofen einst im Landhaus gestanden hat. Warscheinlich war die deutsche Herkunft des Bauherrn Johann Albert Luyken der Grund dass es hier einen Kachelofen gegeben hat. 

Der Kachelofen wird später im sogenannten Wintergarten vom Landhaus hingestellt werden. Dieser Raum war einst eine Orangerie die sich innerhalb des Hauses befand. Nach der Restauration kommt die Orangerie nicht mehr im Haus, aber wohl ein Wintergarten mit Palmen. Die neue Orangerie von Huis Landfort wurde an der Seite des Kutschenhauses gebaut, an der Seite des Gemüsegartens. 

Wie es funktioniert

Ein Kachelofen besteht ganz aus Keramik. Die Aussenseite wird bekleidet mit glasierten Kacheln, die jede Art von dekorativen Formen haben können. Ein Kachelofen braucht nur zweimal täglich geheizt zu werden und gibt dann den ganzen Tag Wärme ab. Das ist dank eines ingeniösen Systems, wobei warmer Rauch durch ein Labyrinth geleitet wird, möglich. Der Heizraum und die Rauchkanäle sind von Chamotte, ein keramisches Material, das sehr viel Wärme aufnimmt und festhält. Nach etwa einer Stunde heizen im Heizraum unten im Ofen und wenn keine Flammen mehr da sind, wird die Ofentür hermetisch abgeschlossen. Damit gibt es keine Zugluft mehr und so wird alle Wärme an den Steinen abgegeben und dann an dem Raum wo der Ofen steht. Übrigens können diese Öfen sowohl mit Holz als mit Gas geheizt werden. 

Der Zeister Kachelofen

Der von sEL erworbenen Kachelofen kommt höchstwarscheinlich aus Zeist und stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Es ist ein seltsames Beispiel eines Kachelofens der niederländischen Machart und der Hersteller ist vermutlich E.C. Martin. Er startete in 1835 in Zeist eine Werkstatt für Kachelöfen, machte aber später auch andere keramische Gegenstände. Martin war Hernhütter und damit Mittglied der evangelischen Brüderunität. Martins Werkstatt war Eigentum der Herrnhütter. Er kam aus Deutschland (oder wohlmöglich aus Dänemark) und von dort brachte er die Tradition vom Kachelofenbau mit nach den Niederlanden. Von den von Martin angefertigten Kachelöfen gibt es nur noch wenige. Im Slot Zeist findet man noch einige Beispiele, unter anderem im Gebetsraum der Herrnhütter (vorhin Schlosskapelle). Die Exemplare sind genau gleich am Ofen von Huis Landfort. Auch im Paleis Soestdijk gibt es noch einen Ofen seiner Hand. 

Restauration

Die Kachelofenrestauratorin Hilde Dekkers wird den Kachelofen restaurieren. Hilde bezog ihre berufliche Bildung zu Hafnermeister in Österreich, wo dieses Handwerk noch viel ausgeübt wird. Hilde baut diese Öfen ganz von neuem auf, ganz auf handwerksmäβige Weise. Sie fertigt eine neue Innenseite an, mit einem Labyrinth von Rauchkanälen und vertäfelt  die Aussenseite mit den Kacheln eines alten Ofens. Viele von diesen Aussenseiten stammen aus der Art Deco- und Jugendstilperiode. In ihrer Werkstatt fertigt sie die einzelnen Teile wie ein Bausatz an. Anschlieβlich baut sie in etwa zwei Tagen vor Ort den Ofen zusammen.  Dieser Kachelofen fügt ohne weiteres wieder eine besondere Geschichte am Interieur von Huis Landfort hinzu. 

Ein Werk von Lambertus Johannes Hansen

 

Vor kurzem hat die stichting Erfgoed Landfort (sEL) ein Gemälde des Staphorster Malers Lambertus Johannes Hansen (1803-1859) erworben. Es zeigt eine schattenreiche Landschaft mit einer Landstraße, einem Bach, einigen Häusern, einer Mühle und einigen Figuren bei der täglichen Arbeit. Solche Szenen sind charakteristisch für das Werk dieses Malers, in dem er sozusagen einen “eingefrorenen Moment” mit Sonnenlicht, Schatten und grandiosen Wolken einfängt. 

Hansen wurde in Staphorst als Sohn eines Kunstmalers geboren. Er wurde von seinem Vater und verschiedenen anderen bekannten Kunstmalern der damaligen Zeit unterrichtet, von denen Charles Howard Hodges (1764-1837) wohl der bekannteste ist. Sein Oeuvre besteht aus Stadtansichten (u.a. von Amsterdam und Culemborg), Landschaften, Innenräumen, Porträts und Genrebildern. Seine Werke sind im Rijksmuseum Amsterdam, im Rijksmuseum Twente und im Teylers Museum zu sehen. Hansen war berühmt für die Art, wie er mit Licht umging. Seine Werke waren bei einigen der großen Sammler seiner Zeit sehr beliebt. Einer von ihnen war der steinreiche Bankier Adriaan van der Hoop. Das Gemälde wird in einem der historischen Räume von Huis Landfort aufgestellt.

Neues Büro

Das Büro der stichting Erfgoed Landfort  befand sich seit der Gründung der Stiftung in einem Haus an der Hogestraat in Megchelen, am Rande des Parks. Ende April 2021 zog das Büro in das Kutschenhaus um, wo nun alle Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz haben. Seitdem befindet sich das Büro im Herzen des Geschehens. Das Haus an der Hogestraat wird demnächst von Makelaars- en Rentmeesterkant Drieklomp zum Verkauf angeboten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Stiftungsdirektor  René Dessing (06 22 801 668).  

Gemüsegarten

Ende Mai 2021 begannen die Erdarbeiten im Gemüsegarten. Die verspielten Konturen der Wege und die Blumen- und Kräuterbeete werden nun sichtbar. Außerdem wurde ein kleiner Schauhügel angelegt und Vorbereitungen für die Anpflanzung der Obstbäume getroffen, die später in diesem Jahr gepflanzt werden sollen. Ein großer Teil der Beete wird mit Blumen bepflanzt sein. An der Seite der Spalierobstwand werden hauptsächlich Kräuter und Gemüse angebaut. Die Firma Aquaco installierte eine Bewässerungsanlage mit Tropfleitungen. Nach der Installation von Seitenbrettern an den Blumen- und Kräuterbeeten wird noch ein Bordstein mit Cortenstahl installiert und die Wege werden mit Achterhoeks Padvast  versehen. Der Entwurf des Gemüsegartens wurde von Korneel Aschman vorgenommen.

Renovierung des Innenraums

Wir arbeiten hart daran, das Innere des Landsitzes zu renovieren. Im ersten Stock sind alle Wände und Decken aufgestellt, die Stuckateure arbeiten, die Stuckornamente werden angebracht und die Fenster und Türen werden mit schönen Rahmen versehen. Etwa 250 maßgefertigte Innenfensterläden werden sauber an den Fensterrahmen und in einem Rahmen aus Tafeln montiert. Auch die Heizkörper unter den Fenstern werden hinter Tafeln versteckt. Die Vertäfelung fügt sich nahtlos in die Vertäfelung der Räume ein.

Balkon restauriert

Der Balkon im Obergeschoss auf der Rückseite des Landsitzes wurde restauriert und erstrahlt in neuem Glanz. Als Huis Landfort 1823/27 umgebaut und vergrößert wurde, wurde dieser halbrunde Balkon mit einem verzierten gusseisernen Geländer versehen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Geländer durch schwere Baluster ersetzt. Die ursprüngliche Situation wurde Ende Mai dieses Jahres wiederhergestellt. Das neue Balkongeländer wurde von der Schmiede Oldenhave gefertigt und auf der Grundlage von Recherchen alter Fotos und Zeichnungen aus dem Archiv der Stiftung entworfen. Auch wurden vergoldete Girlanden angefertigt. Diese werden aufgestellt, sobald die Renovierung weitgehend abgeschlossen ist.   

Neue Außenlampen am Kutschenhaus

Jetzt, wo das Kutschenhaus fast fertig ist, werden viele letzte Details hinzugefügt. Ein schönes Beispiel sind die wunderschönen neuen Lampen, die die Firma Pako in Rhenen geliefert hat. An allen Wänden des Kutschenhauses sind nun mehrere bezaubernde Lampen angebracht. Diese verleihen dem monumentalen Gebäude ein schönes Aussehen. Es wurde weiches Licht gewählt, um Lichtverschmutzung zu vermeiden. 

Über den Rabattenwald bei Huis Landfort

In der südöstlichen Ecke des Parks befindet sich noch ein Rest eines Rabattenwaldes. Rabatten sind erhöhte Bodenstreifen, die beidseitig von Gräben zur Ableitung von überschüssigem Wasser begrenzt werden. Es ist eine forstwirtschaftliche Technik und soll feuchte Böden für die Bepflanzung mit Bäumen und Niederwald geeignet machen. Das heutige Waldgebiet hört an der deutschen Grenze auf, war aber ursprünglich wahrscheinlich umfangreicher und reichte weiter in deutsches Gebiet hinein. In der Vergangenheit besaß die Familie Luyken auch Ländereien an der anderen Seite der Grenze. In der Vergangenheit wurde Niederholz für alle möglichen Zwecke verwendet, z.B. als Brennholz, zum Anheizen des Ofens oder zur Herstellung von hölzernen Werkzeugstielen. 

Weil dieses Waldstück so alt ist, gibt es eine große Artenvielfalt. Es gibt viele Arten von Bäumen, von Erlen bis zu Eichen, und es gibt eine große Vielfalt an Unterholz. Im Vorfrühling färbt sich dieses Gebiet durch die vielen blühenden Schneeglöckchen weiß. Es gibt auch viele weiße Buschwindröschen.