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Author Archives: Pim Alofs

Denkmalschutzabkommen

Wie an anderer Stelle in diesem Newsletter schon beschrieben, gibt es überall auf Schlössern, historischen Landsitzen und Gutshöfen (KBL) klimatologische Probleme. Dies hängt eng mit dem Klimawandel zusammen. Deshalb ist es schön berichten zu können, dass im Rahmen des Denkmalschutzabkommens eine große Geldsumme für eine interregionale Vorgehensweise gegen die Klimaproblematik bei KBL verfügbar geworden ist. Das Denkmalschutzabkommen ist eine Partnerschaft von 13 verschiedenen (staatlichen) Organisationen. Initiator und Federführer dieses Projekts ist die Stiftung Kastelen, historische Buitenplaatsen en Landgoederen (sKBL), die ihren Sitz in Huis Landfort hat. Das Denkmalschutzabkommen ist für Orte gedacht, die in Zukunft Veränderungsprozesse durchmachen werden und bei denen Kulturerbe eine entscheidende Rolle spielen kann.

Konkret bedeutet diese Nachricht zum Beispiel den Start eines Projekts mit dem Namen Groene Monumentenmonitor. Ziel ist es möglichst viele klimatische Einflüsse in der Begrünung und Wasserwirtschaft aufzuzeichnen. Außerdem soll erforscht werden, wie man früher mit  Dürre umging  und welche Lösungen man sich damals ausgedacht hat. In dieser Arbeitsweise können wir auch für unsere Zeit wertvolle Methoden finden.

Trockenheit

Der Sommer 2020 war das dritte Jahr in Folge extrem trocken. Besonders für viele alte Buchen auf Huis Landfort bedeutete dies das Ende. Dies ist ein deutliches Signal, dass wir ein Klimaproblem haben, denn einheimische Bäume wie 80 bis 150 Jahre alte Buchen sollten nicht plötzlich absterben. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur werden immer mehr sichtbar auch in den Parks und Wäldern rund um historische Landsitze. Es ist daneben auch sehr bedauerlich, weil monumentale Bäume zweifellos zur Schönheit und zum Ansehen solch schöner Parks beitragen. Die Stiftung hofft, dass solche Probleme in Zukunft etwas besser reguliert werden können, jetzt wo  die Firma Aquaco eine Bewässerungsanlage in Het Kleine Erf und im Gemüsegarten installiert hat. In Zukunft wird der Park während der Nacht bewässert und so  verhindern wir, dass Pflanzen und Bäume austrocknen. Die Bewässerung des gesamten Parks ist nicht durchführbar. Aus diesem Grund haben wir bei der Auswahl der Sträucher und Bäume die Trockenheitsresistenz der Arten berücksichtigt.

Buch über Haus Landfort

Derzeit wird ein Buch über Huis Landfort und seine Geschichte geschrieben. Mit Kapiteln verschiedener Autoren wird im Jahr 2022 ein lesbares und zugängliches Buch über die Geschichte des markanten Landsitzes erscheinen. Es ist bemerkenswert wie wenig über diese Vergangenheit bekannt ist, schon gar nicht aus der Zeit vor 1823. Die Autoren befassen sich mit verschiedenen Themen, wie z.B. der Lage von Huis Landfort in der Grafschaft Zutphen, der Baugeschichte des Landsitzes, der Entstehungsgeschichte des Zocherparks, den verschiedenen Gartenchefs, die auf Huis Landfort arbeiteten, dem Zweiten Weltkrieg auf Huis Landfort und natürlich wird auch den verschiedenen Bewohnern des Landsitzes große Aufmerksamkeit geschenkt. Philip Muijtjens zum Beispiel wird einen Beitrag über die Familie Luyken beisteuern sowie einen Artikel über Gerrit Willem van Motman. Ihm gehörte der Landsitz, bevor Johann Albert Luyken diesen 1823 kaufte. Er machte besondere Entdeckungen über Van Motman, der eine rege Korrespondenz mit Wilhelmina van Preußen, der Ehefrau des Erbstadthalters Wilhelm V., führte. Lange Zeit arbeitete er als Gutsverwalter der Domänegüter des Stadthalters, unter anderem in Brabant. Philip fand heraus, dass dieser Mann in der unruhigen Zeit vor Napoleons Ankunft wegen Betrugs inhaftiert wurde. Nach seiner Flucht kaufte er den Landsitz in Megchelen. Nach Philip konnte dies vermutlich geschehen , weil Huis Landfort erbrechtmäßig  zum Fürstentum Salm-Salm gehörte und somit außerhalb der niederländischen Gerichtsbarkeit lag. Dies und vieles mehr über die Geschichte von Huis Landfort können Sie in dem Buch nachlesen.

Möchten Sie jetzt schon ein Exemplar reservieren? Das ist möglich. Bitte senden Sie eine E-Mail an: rdessing@erfgoedlandfort.nl . Sobald das Buch veröffentlicht wird, erhalten Sie eine Nachricht von uns. Der Preis für das Buch beträgt 24,95 € exklusive (eventueller) Versandkosten.

Zwischenbilanz Subventionengeber

Am Mittwoch, den 16. September 2020, empfing  SEL Vertreter der Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (RCE), der Provinz Gelderland, der Gelderland Genootschap und der Gemeinde Oude IJsselstreek zu einer Zwischenbilanz. Für die Restaurierung von Huis Landfort erhielt die Stiftung zuvor einen erheblichen Zuschuss von Staat und Provinz. Um zu sehen, was mit den Subventionen gemacht wird, kamen die Subventionengeber vorbei. Bei solchen Treffen verfolgen sie das Geschehen und haben sie die Möglichkeit  Fragen zu stellen. Bei der Führung  von Edzard Prent (Architekt Kutschenhaus), Cor Bouwstra (Restaurierungsarchitekt Landsitz) und Patricia Debie (Landschaftsarchitektin Park) zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt von dem Eifer, mit dem das Projekt durchgeführt wird. Sie waren mit der Verwirklichung der von sEL vorgelegten Pläne zufrieden.

Sowohl der Wiederaufbau des Kutschenhauses, die Renovierung des Landhauses als auch die Neugestaltung des Gartens waren während der Besichtigung in vollem Gange. Edzard Prent zeigte zum Beispiel die fast fertige Außenfassade des Kutschenhauses und erläuterte spezifische Designlösungen und -entscheidungen. Patricia Debie ging dann auf die Details ihres Entwurfs für het Kleine Erf, wie die Hausinsel genannt wird, ein. Sie erklärte, dass die Stinsenpflanzen nach einem modernen Muster gepflanzt werden und dass es Blumenmedaillons geben wird. Außerdem zeigte sie den Pfadplan, der auf den Originalplan von Zocher jr. zurückgeht. Schließlich führte Cor Bouwstra die Gesellschaft durch den Landsitz, in dem die Inneneinrichtung nach und nach wieder aufgebaut wird.

Die Karten von Übbing kehren heim

Zwei groβe Karten von Johann Theodor Übbing (1786-1864), die seit langer Zeit im Archiv von Geldersch Landschap & Kasteelen lagen, sind wieder heimgekehrt auf Huis Landfort. Dies sind zwei besondere Karten die Übbing hergestellt hat als er aktiv wurde für Huis Landfort. Eine Karte machte er nach der Situation wie er sie 1823 beim Anfang seiner Arbeit antraf. Auf der zweiten Karte visualisierte er die Pläne für den Bauherrn Luyken. Die Stiftung freut sich sehr über beide Karten. Die alte Karte erhellt vieles von was in 1823 alles geändert und angepasst wurde. Das Landhaus und der Taubenschlag, wie wir sie heutzutage noch kennen, sind auf der neuen Karte von 1825 eingezeichnet. Für den Garten hatte Übbing aber andere Ideen. Möglicherweise wurden seine Pläne schon realisiert, aber einige Jahre später wieder revidiert von Jan David Zocher jr. (1791-1870), der den heutigen landschaftlichen Park entwarf.Möglicherweise war Auftraggeber Luyken mit dem Plan von Übbing nicht zufrieden, weil das einen weniger monumentaler Anblick hatte als der von Zocher jr. Trotzdem zeigen Übbings Entwurfpläne wohl die monumentale Metamorphose von Huis Landfort um 1825.