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Author Archives: Helene Blaak

Fortschritte beim Bau des Kutschenhauses

Wenn Sie den Park beim Huis Landfort betreten, tauchen schon schnell am Horizont die Kontouren auf von dem nach Entwurf von Edzard Prent wieder aufgebauten Kutschenhaus, das wunderschön in der Landschaft gelegen ist. Zocher jr., der ehemalige Entwerfer des Landschaftlichen Parks, hat solche Sichtachsen absichtlich entworfen. Das Dach vom Kutschenhaus ist fertig und nun wird die Aufbauphase übergehen in den Abbau.

Die Auβenwände wurden versehen von Mauerwerk mit Ziegelsteinen, die noch verputzt werden und mit einer hellgelben Farbe angestrichen werden. Das Kutschenhaus bekommt dunkelblaue Scheunentore. Diese Farbenkombination zwinkert der Familie Luyken zu, weil ihr Familienwappen die gleichen Farben hat. 

Die Fassade erhält eine Loggia. Das ist ein überdachter Balkon, der wie in früheren Zeiten mit zwei Säulen augestattet wird. Im Herbst wird die groβe Orangerie auf der Südseite vom Kutschenhaus aufgestellt.

Die Stiftung geht davon aus dass das Kutschenhaus im Februar 2021 fertiggestellt wird und dass kurzfristig nachdem das Büro der Stiftung in Gebrauch genommen wird. Im Kutschenhaus wird ein groβes Auditorium für bis zu 120 Personen untergebracht, eine Werkstatt für den Gärtner mit einem im oberen Stock gelegenen Esszimmer und Duschen für unsere Freiwilligen. Das Gebäude wird ausgestattet mit einer professionellen Küche, die auch benutzt werden kann für Empfänge und leichte Catering-Optionen.

Aufruf für Freiwillige

Der historische Landsitz Huis Landfort würde gerne neue, begeisterte Freiwillige kennenlernen. 

Möchten Sie bei der Erhaltung dieses schönen historischen Landsitzes mithelfen, möchten Sie sich an der Pflege eines schönen Gartens, des historischen Gemüsegartens, der 2020 rekonstruiert werden soll, beteiligen oder andere ehrenamtliche Arbeit leisten? Dann wissen wir Ihre Nachricht wirklich zu schätzen! Hier können Sie lesen, was jetzt und ab 2022 auf Huis Landfort getan werden kann (Link). 

Für die sEL sind engagierte Freiwillige unentbehrlich. Schließlich wird ein lebenswichtiger Landsitz von engagierten Freiwilligen getragen! Auf Huis Landfort ist mittlerweile eine Gruppe von fünfzehn Personen aktiv. Sie arbeiten im Park, unterstützen die Kommunikation oder helfen im Sekretariat. Die meisten von ihnen sind dienstags, mittwochs oder donnerstags aktiv. Möchten Sie sich an diesem fantastischen Projekt beteiligen oder haben Sie eine Frage dazu, lassen Sie es René Dessing, Direktor von sEL, wissen. Er ist unter +31-(0)6 22 801 668 oder über E-Mail erreichbar: rdessing@erfgoedlandfort.nl.  Er wird Ihnen gerne behilflich sein.

Subventionen und mehr

Mondriaan Fonds  

Am 11. Mai dieses Jahres erhielt die Stiftung die Nachricht, dass der Mondriaan Fonds sEL einen Zuschuss für das Erstellen und die Durchführung eines Plans zur Anwerbung und Betreuung von Freiwilligen gewährt. In den Niederlanden arbeiten mehr als 10.000 Menschen als Freiwillige auf einem historischen Landsitz. Ab dem nächsten Jahr sind Freiwillige auf Huis Landfort für eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktivitäten im Haus, im Gemüse- und Blumengarten, in der Aufsicht und im technischen Dienst herzlich willkommen. Nur wenn sich eine ausreichende Zahl von Freiwilligen beteiligt, werden alle schönen Pläne für Landfort durchführbar sein.

Im Moment bietet die Stiftung eine freie Stelle für einen Koordinator für Freiwillige an. Was  diese Tätigkeit genau beinhaltet, können Sie hier nachlesen: https://www.erfgoedlandfort.nl/wp-content/uploads/2020/06/20058sEL_Adv_CoordinatorVrijwilligers_v2.pdf

Stiftung Van Well van der Snoek 

Die Stiftung van Well van der Snoek spendete sEL einen Geldbetrag für die Zusammenstellung einer Sammlung über die Geschichte des Landsitzes Landfort. Dieses Buch wird auch die allererste Veröffentlichung sein, die explizit Huis Landfort als Thema hat. Noch nie zuvor wurde diesem besonderen Haus eine so umfassende und kohärente Aufmerksamkeit geschenkt. Wie Sie bereits lesen konnten, arbeitet derzeit eine Gruppe von zwölf Wissenschaftlern und Experten an der Zusammenstellung des Buches. 

Bonhomme Tielens Fonds 

Vom Bonhomme Tielens Fonds aus Maastricht erhielt sEL einen Beitrag für die Restaurierung und das erneut Aufstellen eines antiken Bademöbels in ein historisierendes Badezimmer im Landhaus. Dieses Bademöbel aus dem 19. Jahrhundert wurde von Twickel in Ambt Delden als langfristige Leihgabe zur Verfügung gestellt. Das Badezimmer wird Teil verschiedener historischer Räume sein, die im Stil des frühen 19. Jahrhunderts eingerichtet werden. 

Erneut der Prins Bernhard Cultuurfonds

Obwohl sEL zuvor € 100.000,- aus dem Prins Bernard Cultuurfonds für die Restaurierung des alten Gemüsegartens erhalten hat, griff der Fonds wieder in die Tasche und spendete weitere  € 25.000,-. Dieses Mal ist die Summe für den Bau einer Stinsenpflanzenvegetation auf Huis Landfort bestimmt. 

Stinsenpflanzen sind verwilderte Wurzel-, Knollen- und Zwiebelgewächse. Ihren Namen verdanken sie dem friesischen Schierstins in Veenwouden, wo die Pflanzen zum ersten Mal gesichtet wurden. Ein Stins ist ein friesisches Haus. Auf Huis Landfort werden sie überall eingeführt, zum Beispiel auch zwischen dem Schlinggraben und dem Oude IJssel. Sie werden diesem Landsitz in Zukunft schöne Farben verleihen. Das Schöne ist, dass es frühblühende Stinsenpflanzen (Schneeglöckchen, Akonite usw.) gibt, aber auch Arten, die erst im März, April und Mai blühen. Selbst im Juni gibt es noch Stinsenpflanzen die aufblühen. So wird hier auch auf Landfort immer etwas los sein. Inzwischen hat uns Geldersch Landschap & Kasteelen wissen lassen, dass sie darüber nachdenken, wie sie diese Stinsenpflanzen in anderen Teilen des Landsitzes einführen können, damit der gesamte Parkwald zu einem attraktiven Ganzen wird. 

Schild von Landfort

Kürzlich schenkte ein Einwohner von Megchelen der Stiftung ein bemaltes Schild. Es wurde um 1985 bemalt von seiner Schwägerin. Sie fand das Huis Landfort so schön und es hat sie inspiriert dieses schöne Schild zu machen. Die Schilderung zeigt das  Haus mit einem Zierrand nach Delfter Art. Dieses Geschenk ist ein sympathisches Beispiel wie Megchelen und Umgebung mitfühlen mit dem was im Moment auf Huis Landfort zustande gebracht wird. Es stellt die Verbundenheit dar die die Umgebung seit eh und je mit dem Landsitz hat.

Kollektion: Standuhr

Standuhr 

Vor einiger Zeit erwarb die Stiftung eine einzigartige Standuhr, wie stehende Uhren auch wohl genannt werden. Diese Uhr ist so hoch, dass sie nicht in einer normalen Wohnung stehen kann und dabei muss man sich vorstellen dass sie schon mal verkleinert wurde. Dieser Eingriff hat der Uhr nichts gutes getan. Optisch wirkte das Möbelstück einigermaβen gedrungen und aus technischer Hinsicht hat es an Stabilität verloren. Deshalb hat die sEL die Uhr gründlich restaurieren lassen. Diese Arbeit wird gemacht von Maurice Steemer von Restaurationsatelier Enkzicht in Barchem. 

Ein Gespräch mit Glockenrestaurator Melgert Spaander

Melgert Spaander ist ein international bekannter Glockenrestaurator, der in Zutphen seine Werkstatt hat. Melgert hat zusammen mit André Ossenbroek die Uhr im Glockenturm Landforts restauriert. André Ossenbroek hat die meisten Arbeiten an der Uhr geleistet. Er ist der Mann für die groβe Arbeit: Turmuhren und Glockenspiele. Melgerts Expertise gillt mehr den kleineren Uhren und Spieldosen.

Seit 1971 restauriert Melgert Spaander Uhren. Er hat sich spezialisiert in Uhren aus dem 17. Und 18. Jahrhundert mit Glockenspiel. An manchen Palästen, Burgen und historischen Landsitzen ist er derjenige der die Uhren unterhält. Diese Arbeit macht er sogar für die Spanische königliche Familie! Wir haben Melgert einige Fragen gestellt anlässlich seiner Arbeit für Huis Landfort. 

Er erzählte uns dass das  ursprüngliche Uhrwerk vermutlich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Hausbesetzern gestohlen wurde. Derzeitig war das Huis Landfort verfallen und verlassen und Hausbesetzer konnten ungehindert in das Haus einziehen. Ihre Anwesendheit ging nicht ohne Schaden an dem Haus vorbei. Das ursprüngliche Uhrwerk war warscheinlich älter als der heutige Mechanismus. Die bewahrt gebliebenen Hebevorrichtungen weisen darauf hin dass das verschwundene Uhrwerk aus dem 18. Jahrhundert stammte. 

So um 2000 hat der derzeitige Eigentümer und Restauarationsarchitekt Bob van Beek eine neue Uhr in den Turm anbringen lassen. Da die Uhr nicht auf dem Bock passt, wissen wir dass es sich nicht um die ursprüngliche Uhr handelt. Auβerdem wurde die Uhr angefertigt für eine Uhr mit zwei Zeigern, während auf dem Landfort nur ein Stundenzeiger gebraucht wird. Das heutige Uhrwerk stammt von Ende des 19. Jahrhunderts und ist von Niederländischer Machart.

Weiter erzählte Melgert dass die Glocke im Turm ursprünglich mit einem Seil separat geläutet werden konnte. Das ist schon seit Langem nicht mehr möglich und es fehlt eine Öffnung im Boden des Dachbodens und in den unterliegenden Böden um ein Seil durchzulassen. Die in Isselburg angefertigte Glocke aus dem 18. Jahrhundert bekam bei dieser Restauration ein neues Aufhängesystem. 

Ein groβer Hammer kann die Glocke läuten durch ein Seil dass auβerhalb des Turms durch den First zur Uhr führt. Die Stiftung hat für die Restauration der heutigen Uhr vom Prins Bernhard Cultuurfonds Gelderland einen finanziellen Beitrag erhalten. 

Obelisk

Während der Baggerarbeiten am Burggraben in 2019 fand Gartenchef Paul-Robert van der Zouw in einem Schutthaufen aus dem Burggraben ein dekoriertes Bruchstück. Lange Zeit war die Herkunft ein Rätsel. Man hat lange gedacht dass es ein Teil eines Kapitells oder einer Säulenkrone war. Das war aber der Dekoration wegen doch unwarscheinlich.  

Als zwischen den historischen Aufnahmen ein Foto gefunden wurde auf dem das Bruchstück gut zu erkennen ist, gab es mehr Deutlichkeit. Das Stück liegt dann auf der Dachkante. Die fotografierte Situation bringt Fragen mit sich, denn warum wurde das Bruchstück fotografiert und wie is est später in den Burggraben gekommen? Wie das genau vor sich gegangen ist, werden wir warscheinlich nie wissen. Wohl wurde deutlich, dass der Bruchteil ein Teil eines Obelisks ist. Solche Bauelemente verzieren noch heute die Ecken des Hauses. 

Obeliske wurden im alten Ägypten als Denkmälern errichtet. Einige Obelisken wurden aus Ägypten geholt (oder besser gesagt: geraubt) und sind heute noch zu sehen im Stadtbild von z.B. Paris, London und Rom. Die Obelisken auf Huis Landfort stammen selbstverständlich nicht aus Ägypten. Im Vergleich zu ihren ägyptischen Archetypen haben sie auch eine einigermaβen gedrungene Form. Immerhin sind diese Ornamente abgeleitet von Ägyptischem Vorbild. Die Obelisken von Huis Landfort stammen übrigens nicht aus der Zeit in dem das Haus gebaut wurde (1825), aber wurden warscheinlich um 1900 angebracht. Sie hattten lediglich eine dekorative Bedeutung. 

Glockenturm

Vielleicht haben Sie während eines Spaziergangs auf dem Landgut gesehen dass  Dachdekkerbetrieb Van Wely das Dach von Huis Landfort völlig restauriert hat. Wass Sie nicht sehen konnten, ist dass das Dach an der Innenseite ganzflächig isoliert wurde. Das war notwendig, denn an manchen sommerlichen Tagen stieg die Temperatur bis zu 45 Grad! Stellen Sie sich vor wie die Dienstboten und übriges internes Personal das früher erfahren haben, da sie ja gewöhnlich unter dem Dach schliefen.

Ferner wurde der Glockenturm von neuem Blei versehen und das Zifferblatt und die Guβeiserne Windfahne wurden restauriert. Warscheinlich wuβten Sie nicht dass auf einem der Entwurfe für Huis Landfort von 1825 ein viel gröβerer Glockenturm eingezeichnet war. Höchstwarscheinlich war das der Entwurf vom Anholter Architekten Johann Theodor Übbing (1786-1864). Er zeichnete einen kolossalen Turm mit drei Stockwerke. Der heutige zierliche Turm stimmt überein mit dem letztendlich gebauten Turm, von dem übrigens kein Entwurf aufbewahrt wurde. 

Corona

Historischen Landsitzen in unserem Land sind auch von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Einnahmen blieben zurück, Freiwillige konnten ihre Arbeit nicht machen, Veranstaltungen wie Hochzeiten und Feste wurden abgesagt und viele Eingangstore blieben für lange Zeit geschlossen. Glücklicherweise sind viele öffentlich zugängliche Landsitze jetzt wieder geöffnet, wenn auch gemäβ den Vorsichtsmaβnahmen.

In Huis Landfort wurden die Restaurierungs- und Bauarbeiten trotz Corona weiterhin verantwortungsvoll fortgesetzt. Auβerdem wurde begonnen mit der Anlage des Gemüsegartens und nach dem Bau Urlaub wird die Renovation des Parks angefaβt. Selbstverständlich werden auch bei dieser Arbeit die Vorsichtsmaβnahmen befolgt.

Es ist Schade, dass wir dadurch nicht das Richtfest vom Kutschenhaus und Landhaus feiern konnten. Deshalb musste auch die Anwesendheit von Abgeordneter Peter Drenth abgesagt werden, der dieser denkwürdigen Tatsache einen besonderen Glanz verleihen würde. (Für die nicht-Achterhoeker: das Richtfest ist eine Feier zu Ehren des Erreichens des höchsten Punkt einer Bauarbeit). Trotzdem hat sEL noch eine kleines Treffem organisiert für alle Bauarbeiter und Architekten des Kutschenhauses und Landhauses. René Dessing (Direktor sEL) hat sie herzlichst bedankt für ihre Leistung. Danach läutete Stiftungsvorsitzender Ger Vijfvinkel zum ersten Mal das Glöckchen über dem Dach des Landhauses.

Dissertation und Buch

Pim Alofs, der Verfasser dieses Newsletters, hat kürzlich sein Studium abgeschlossen und seine Doktorarbeit über die Geschichte von Huis Landfort im Zeitraum 1823/25 geschrieben, in der er auch die Rollenverteilung zwischen den Architekten Zocher Jr. und Übbing untersucht hat. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Zocher Jr. neben einem Entwurf für die Gestaltung des Parks wahrscheinlich auch einen Entwurf für das Haus lieferte. Am Ende wurden jedoch die Entwürfe von Übbing ausgeführt. Diese Doktorarbeit wird in umgeschriebener Form in eine demnächst erscheinende Publikation über Huis Landfort aufgenommen. Dieses Buch enthält unter anderem Beiträge über andere Aspekte der Baugeschichte, die Stellung von Huis Landfort in der Grafschaft Zutphen, einen Artikel über die Kämpfe, die hier am Ende des Zweiten Weltkriegs stattfanden, den Landschaftspark und Johan David Zocher Jr., den Park unter den Luykens, den Gemüsegarten und mehrere Beiträge über verschiedene Bewohner von Huis Landfort. Dieses Buch wird das Wissen und den Namen von Huis Landfort weiter vergrößern. Dies ist sehr zu begrüßen, denn über die Geschichte dieses jahrhundertealten Hauses ist relativ wenig bekannt. Es ist vorgesehen, dass dieses Buch anlässlich der Eröffnung von Huis Landfort Mitte 2022 veröffentlicht wird.

Wenn Sie sich jetzt schon für dieses Buch anmelden möchten, senden Sie dann bitte eine E-Mail an Marjan Wellink (mwellink@erfgoedlandfort.nl )